Historische Grenzen

Stand 09.2019

Gemeindegrenzen von 1832 und darüberliegend die Gemeindekarte von Solingen 1830
Mit der Errichtung des Großherzogtums Berg durch Napoleon wurde 1808 auch in unserer Region die Kommunalverwaltung nach französischem Vorbild organisiert. Flächendeckende Mairien oder Bürgermeistereien bildeten die Basis des neuen Verwaltungsaufbaus. Die Sonderrechte oder -stellungen der alten Städte und Freiheiten (wie sie Solingen seit 1374, Burg und Gräfrath seit Beginn des 15. Jahrhunderts besaßen) wurden aufgehoben, die Ämter und Honnschaften als Verwaltungseinheiten aufgelöst.

Bei der Bildung und Abgrenzung der neuen kommunalen Gebietskörperschaften orientierte man sich vor allem an einer ähnlich großen Bevölkerungszahl und nicht an der Gemeindefläche oder der Bevölkerungsdichte. So blieb das Gebiet des vergleichsweise dicht besiedelten Solingens ebenso auf seine mittelalterlichen Stadtgrenzen beschränkt wie das kleine Grafenstädtchen Burg an der Wupper, während Gräfrath über die alte Freiheit hinaus beträchtlich vergrößert wurde. Die Bürgermeistereien Dorp, Höhscheid, Merscheid und Wald waren Neuschöpfungen.

ab 1800

Als die Preußen 1815 das Großherzogtum Berg übernahmen, ließen sie die bestehenden Gemeindegrenzen zunächst unangetastet.

Erst nach der Anlage des rheinischen Urkatasters kam es 1832 mittels eines kleinen Gebietsaustauschs zwischen den Gemeinden Solingen, Dorp und Höhscheid zur Abrundung der jeweiligen Stadtgebiete. Ähnlich verständigten sich Wald und Gräfrath 1860 über die Änderung ihrer Grenzen im Bereich Foche, 1894 überließ Ohligs der Stadt Wald gegen einen finanziellen Ausgleich den Teil seines Stadtgebietes im Bereich zwischen der heutigen Friedrich-Ebert-Straße und Locher Straße.

Die erste nennenswerte Änderung der kommunalen Grenzen im Gebiet der heutigen Großstadt Solingen war die Vereinigung von Dorp und Solingen zum 1. Januar 1889.

ab 1900

Am 1. August 1929 trat das preußische Gesetz zur "Kommunalen Neugliederung des Regierungsbezirks Düsseldorf" in Kraft. Gräfrath, Höhscheid, Ohligs, Solingen und Wald wurden auf Beschluss des preußischen Landtages in Berlin zu „Groß-Solingen" vereinigt. Innerhalb der neuen Großstadt wurden zunächst keine besonderen Stadtbezirke eingerichtet.

Erst nach der Kommunalreform, die am 1. Januar 1975 in Kraft trat und Burg an der Wupper zu einem Teil von Solingen machte, wurden Stadtbezirke eingeführt. Deren Anzahl, Namen und Grenzen änderten sich in den letzten Jahrzehnten mehrmals.