Kommunalwahl 2020 - Wahlanalyse

Stand 17.09.2020

Wahl des Stadtrats

Wählerwanderungsanalyse Ratswahl 2020 zu 2014

Wie viele Personen haben als Stammwähler erneut die Partei gewählt, denen sie in Solingen auch bereits 2014 ihre Stimme gegeben haben? Wie viele Personen haben diesmal eine andere Partei gewählt? Was haben Erstwähler gewählt, welche Parteien haben Stimmen an Nichtwähler verloren? Diese Fragen können mit einer Wählerwanderungsanalyse beantwortet werden. Es ist ein Schätzverfahren, um die Ergebnisse von zwei Wahlen miteinander zu vergleichen. Seit 2017 setzt die Solinger Statistikstelle ein regressionsanalytisches Schätzverfahren zur Bestimmung der Wählerwanderungsströme ein, das auf den Wahlergebnissen in den Stimmbezirken und Briefwahlbezirken basiert. Wählerwanderungsanalysen von Wahlforschungsinstituten basieren demgegenüber auf Nachwahlbefragungen.

In der folgenden Grafik werden die Salden der Wanderungsströme dargestellt. Es wird geschätzt, dass rund 1.310 Personen, die 2014 die CDU gewählt haben, 2020 der SPD ihre Stimme gegeben haben. Umgekehrt sind rund 1.180 SPD-Wähler von 2014 nun 2020 zur CDU gewandert. Im Saldo ergibt dies eine Wanderung von 130 Stimmen von der CDU zur SPD.

Über die folgende Grafik können die Salden für die CDU, die SPD, die GRÜNEN, die FDP, die LINKE, die BfS, die AfD sowie für sonstige Parteien und Nichtwähler angesehen werden.

Durch die gestiegene Wahlbeteiligung gibt es im Saldo mehr ehemalige Nichtwähler, die zu Parteien gewandert sind, also ihre Stimmen diesmal abgegeben haben.

Die CDU hat rund 1.340 Stimmen verloren. Nach den Schätzungen der Wählerwanderungsanalyse sind im Saldo rund 1.210 Stimmen an die GRÜNEN gegangen, weitere 130 an die SPD und etwa 100 an die AfD. Von der BfS konnten vermutlich 110 Stimmen im Saldo gewonnen werden.

Die SPD hat 1.400 Stimmen an die GRÜNEN verloren, gleichzeitig aber 1.320 Stimmen von vorherigen Nichtwählern erhalten (das können echte Nichtwähler, aber auch Erstwähler sein). An die AfD gingen im Saldo etwa 250 Stimmen verloren, von sonstigen Parteien wurden rund 200 Stimmen gewonnen.

Das Plus der GRÜNEN von rund 4.300 Stimmen speist sich aus etwa 1.210 Stimmengewinnen von der CDU, 1.400 Stimmen, die im Saldo von der SPD gewonnen wurden sowie weiteren 1.360 Stimmen von vorherigen Nichtwählern. Da die GRÜNEN bei den letzten Wahlen gerade bei den jüngeren Wählern sehr hohe Anteile erzielen konnten, darf vermutet werden, dass viele Erstwähler den GRÜNEN ihre Stimme gegeben haben. Einen genaueren Blick hierauf kann die in Kürze erscheinende Auswertung der Repräsentativen Wahlstatistik geben. Die Salden zu den weiteren Parteien sind weniger bedeutend.

Die Gewinne der FDP von rund 470 Stimmen setzen sich aus rund 230 Stimmen von sonstigen Parteien, 120 Stimmen von der BfS, 80 Stimmen von der SPD sowie 60 Stimmen von Nichtwählern zusammen. Minimale Verluste von 30 Stimmen gab es an die AfD sowie jeweils 20 Stimmen an die CDU und die GRÜNEN.

Die LINKE hat kaum nennenswerte Stimmengewinne von anderen Einzelparteien zu verzeichnen. Den größten Verlust gibt es mit rund 220 Stimmen an die AfD.

Das bislang schlechteste Wahlergebnis der BfS in Solingen erklärt sich durch Stimmenverluste an alle größeren Parteien in Solingen. Es gingen 150 Stimmen im Saldo an die GRÜNEN verloren, weitere 120 an die FDP, 110 an die CDU, 60 an die SPD sowie 50 an die AfD und an die Gruppe der Nichtwähler.

Der AfD gelang es als einzige Partei, von allen anderen Parteien Stimmen zu gewinnen. Der größte Stimmengewinn kam von sonstigen Parteien. Zu den sonstigen Parteien von 2014 zählt als größte Partei Pro NRW mit 1.437 Stimmen gefolgt von den Piraten mit 1.346 Stimmen; beide Parteien traten 2020 nicht mehr in Solingen zur Wahl an. 250 Stimmen konnte die AfD im Saldo von ehemaligen SPD-Wählern erhalten, weitere 220 von der LINKEN, gefolgt von 170 ehemaligen Nichtwählern.

Die sonstigen Parteien haben sich zwischen 2014 und 2020 deutlich verändert, da diesmal teilweise andere Parteien angetreten sind. In Summe gibt es einen Verlust von 1.320 Stimmen an alle anderen Parteien.