Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.

Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.

Seit September 2015 steht die Aufnahme und Integration geflüchteter Menschen weit oben auf der Solinger Agenda. Rund 2.700 Flüchtlinge aus ca. 60 Ländern, überwiegend aus Syrien, dem Irak und Afghanistan, haben in der Klingenstadt inzwischen ein neues Zuhause gefunden und sind mehrheitlich auf einem guten Weg, sich in das wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Leben in Solingen zu integrieren. Eine wesentliche Aufgabe besteht darin, die neuen Nachbarn zu befähigen, ihr Leben auf Dauer selbst in die Hand zu nehmen.

"Ein Europa, das sich auf christliche Werte bezieht, kann nicht zulassen, dass seit 2016 mehr als 12.000 Menschen bei ihrer Flucht über das Mittelmeer ertrunken sind", betont Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) mit Blick auf die vom UN-Flüchtlingshilfswerk ermittelten Zahlen. Auch deshalb hat er im Rahmen der Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises am 9. November 2019 die „Potsdamer Erklärung" unterzeichnet - und entsprach damit dem vorangegangenen Ratsbeschluss, dem Bündnis „Städte sicherer Häfen" beizutreten. Das Bündnis setzt sich für politische Initiativen und konkrete Hilfen zur Aufnahme in Seenot geratener Flüchtlinge ein.

In diesem Zusammenhang unterstützt das Stadtoberhaupt jetzt auch die vom Evangelischen Kirchenkreis in Solingen getragene Kampagne „Wir schicken ein Schiff", die der in Hannover ansässige und bundesweit aktive Trägerverein „United for rescue - Gemeinsam retten e.V." initiiert hat. Unter dem Motto „Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt." sprechen sich die Bündnispartner für die Pflicht zur Seenotrettung, gegen eine Kriminalisierung der Teams auf den Schiffen, für faire Asylverfahren und die Ermöglichung sicherer Häfen aus, damit Kommunen, die aus humanitären Gründen geflüchtete Menschen aufnehmen möchten, dies auch können.

Neben Spenden, mit denen das Seenotrettungs- und Lazarettschiff „Sea Watch 4" finanziert wird, werden auch Unterschriften gesammelt, die voraussichtlich im Dezember dem Solinger Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt (CDU) übergeben werden sollen.

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