Novemberpogrom 1938

Gebäudeansicht der Solinger Synagoge

Die Novemberpogrome 1938 markieren den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden seit 1933 zur systematischen Verfolgung, die knapp drei Jahre später in den Holocaust mündeten. In Solingen galt die erste Aktion der Nationalsozialisten am 9. und 10. November der Synagoge in der Malteserstraße. Nach dem diese in Brand gesetzt war, wurden Wohnungen und Geschäfte der Juden in Alt-Solingen, Ohligs und Wald verwüstet und mit der Zerstörung des jüdischen Friedhofes an der Vereinsstraße begonnen. Insgesamt wurden 32 Solinger Juden im Stadthaus inhaftiert, mindestens zehn Männer von ihnen in Konzentrationslager verbracht. Der kommunistisch-jüdische Kulturredakteur Max Leven wurde in seiner Wohnung erschossen, vier weitere Männer: Paul Steeg, Oskar Strauss, Gustav Joseph und der Düsseldorfer Simon Pinkus sind als direkte bzw. mittelbare Opfer des Novemberpogroms in Solingen zu beklagen.

Seit Jahren ist der Solinger Novemberpogrom 1938 Gegenstand der Stadtgeschichtsforschung. Unsere Literaturliste bietet eine Übersicht zum Schicksal der jüdischen Mitbürger Solingens in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Publikationen können in der Bibliothek des Stadtarchiv Solingens unter der angegebenen Signatur eingesehen und mehrheitlich auch ausgeliehen werden.

Ergänzend finden Sie auf den Internetseiten des Stadtarchivs zu den in Solingen verlegten Stolpersteinen eine biographische Skizze der Einzelschicksale.

Buchcover von Stefan Stracke

Einen neuen Akzent setzt die jüngst erschienene Darstellung von Stephan Stracke: Der Novemberpogrom 1938 in Solingen im Spiegel der Justiz. Erstmals werden hier für Solingen die nationalsozialistischen Täter bzw. Akteure der Pogromnacht in den Mittelpunkt des Forschungsinteresses gesetzt. Ein von Dennis Mühlsiegl und Dieter Nelles erstellter Dokumententeil ergänzt die Darstellung.