Pflegefamilien

Wer kann ein Pflegekind aufnehmen?

Ein Pflegekind kann grundsätzlich jeder aufnehmen, der geeignet ist, ein Kind oder einen Jugendlichen zu versorgen, zu betreuen und zu erziehen. Das können Familien, Paare und Singles sein. Ihr Familienstand und Ihr Beruf sind für uns nicht ausschlaggebend. Ihre Wohnung muss nicht in Solingen liegen, sollte aber von Solingen aus gut und kurzzeitig erreichbar sein. Unabdingbar ist aber, dass Sie genügend Zeit und Platz für ein weiteres Familienmitglied haben. Dabei ist es nicht unbedingt erforderlich, dass Sie ein separates Zimmer zur Verfügung stellen können. Für die Familiäre Bereitschaftsbetreuung, die zeitlich befristete Vollzeitpflege und jüngere Dauerpflegekinder gilt: Sie oder Ihr Partner sind bereit, die Berufstätigkeit eine Zeit lang zurückzustellen. Für den Unterhalt und die Erziehung eines Pflegekindes erhalten Sie Geld. Sie sollten aber nicht finanziell vom Pflegegeld abhängig sein. Sie haben keine lebensbedrohliche Krankheit und können ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis vorweisen.

Vielleicht fragen Sie sich, ob das Lebensalter Ihrer Familienmitglieder eine Rolle spielt. Wir haben keine starren Grenzen aber durchaus Richtwerte. Ein Pflegekind sollte das jüngste Kind im Familienverbund sein. Bei Dauerpflegeverhältnissen sollte der Abstand zu Ihrem jüngsten Kind mindestens 2 Jahre betragen. Da das Kind dann auch bei Ihnen groß werden soll, stellt sich für Sie die Frage, ob der Altersabstand zwischen Ihnen und dem Kind angemessen ist. Bei den befristeten Pflegeformen bleibt das Kind nur einen begrenzten Zeitraum bei Ihnen, so dass Ihr Lebensalter in Zahlen nicht von vorneherein ausschlaggebend ist.

Kinder, die in eine Pflegefamilie kommen, haben oftmals keine leichte Lebensgeschichte. Die Erfahrungen aus ihrem bisherigen Leben nehmen sie mit in ihre neue (Pflege-)Familie. Daher sind Pflegeeltern in ihrer Erziehungsarbeit oft geforderter als andere Eltern. Pflegekinder brauchen offene, tolerante Menschen, die geduldig sind und auch Belastungen aushalten können. Sie brauchen Liebe und klare Grenzen. Und sie fordern oftmals ein hohes Maß an Flexibilität bei ihren Pflegefamilien. Nun wissen wir auch, dass es keine Superfrau-(Pflege-)Mütter oder Supermann-(Pflege-)Väter gibt. Wir lassen Sie in Ihrer Aufgabe als Pflegeeltern nicht alleine sondern bieten Hilfe und Unterstützung an. Und schon im Vorfeld vor Aufnahme eines Pflegekindes überlegen wir mit Ihnen gemeinsam, welche Pflegeform, welche Anforderung zu Ihnen passt. Vielleicht können Sie ja bereits in Ihrer Familie folgende Fragen und Denkanregungen einmal diskutieren:

  • Sind wir - als Familie, als Paar - stabil genug, ein fremdes Kind zeitweise oder dauerhaft bei uns aufzunehmen?
  • Wie wird es für unser/e Kind/er, wenn wir ein fremdes Kind aufnehmen? Können sie/kann es akzeptieren, dass das Pflegekind Raum und Zeit in der Familie einnehmen wird?
  • Was werden die Verwandten, die Freunde, die Nachbarn dazu sagen?
  • Haben wir genug Durchhaltevermögen und Nerven, auch schwierige und belastende Situationen mit dem Pflegekind zu überstehen?
  • Möchten wir, dass der/die Mitarbeiter/in des Pflegekinderdienstes uns Fragen zu uns selbst, unserer persönlichen und familiären Situation stellt? Möchten wir, dass der/die Mitarbeiter/in des Jugendamtes zu uns nach Hause kommt?
  • Sind wir bereit, Kontakte mit den Eltern des Kindes/Jugendlichen zu akzeptieren?

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