Pflegefamilien

Stand 08.2017

Warum brauchen Kinder oder Jugendliche Pflegeeltern?

Kinder brauchen Liebe, Fürsorge, Respekt, Grenzen und ein stabiles Umfeld, um sich gut zu entwickeln und selbst Stabilität zu erreichen. Nicht alle Eltern sind in der Lage, dies ihren Kindern zu bieten. Die Gründe hierfür sind vielfältig – persönliche Krisen, (psychische) Erkrankungen, mangelnde positive Erfahrungen im eigenen Elternhaus, …. Wenn es dann noch zu weiteren Belastungen – etwa finanziellen Problemen durch Arbeitslosigkeit – kommt, ist es bis zu einer Überforderung der Eltern mit der Erziehung ihrer Kinder oftmals nicht weit. Die Kinder spüren dies und reagieren darauf, manchmal laut, auffällig und aggressiv, manchmal still und sensibel. Die Überforderung der Eltern kann soweit gehen, dass sie die grundsätzlichen Bedürfnisse ihrer Kinder nach Essen, Trinken, grundlegender Hygiene, Schutz, Geborgenheit, Wärme und Anerkennung nicht erfüllen können.

In einer solchen Situation kann das Kind nicht länger bei seinen Eltern leben. Einige der überforderten Eltern haben genügend Kraft und Willen, Veränderungen herbeizuführen, Hilfen anzunehmen, um so für ihre Kinder wieder sorgen zu können. In diesem Fall kann das Kind wieder zu seinen Eltern zurückkehren. Anderen Eltern gelingt das nicht, so dass es für das Kind besser ist, dauerhaft außerhalb des eigenen Elternhauses aufzuwachsen.

Einige Eltern können sich eingestehen, dass sie nicht für ihr Kind sorgen können. Schweren Herzens akzeptieren sie, dass ihr Kind woanders aufwächst. Andere Eltern können nicht nachvollziehen, warum ihr Kind nicht bei Ihnen leben kann. Sie kämpfen darum, dass ihr Kind zu ihnen zurückkehrt. Mitunter ist das mit langwierigen Gerichtsverfahren verbunden.

Häufig kommen die Kinder/Jugendlichen aus schwierigen Lebensumständen. Auf Grund ihrer bisherigen Erfahrungen sind sie meist nicht "pflegeleicht" und müssen oft wichtige soziale und emotionale Entwicklungen nachholen. Was sie wie alle Kinder und Jugendlichen brauchen, ist jemand, der verlässlich für sie da ist und für sie sorgt. Was sie noch mehr als andere Kinder und Jugendliche benötigen, ist Zuwendung, Geborgenheit und Konsequenz. Aber natürlich sind sie auch wie alle anderen Kinder und Jugendliche: Sie bereiten Freude, Sorgen, Anstrengung und Spaß - sie geben und nehmen.

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