Schenken macht glücklich.

Stand 12.2018

Oberbürgermeister Tim Kurzbach
Liebe Solingerinnen, liebe Solinger,

„Geben ist seliger denn nehmen", weiß der Volksmund und die Solingerinnen und Solinger handeln danach. So wurden die etwa 480 Wunschzettel, die erst vor einer Woche an eine Pinnwand im Foyer des Rathauses Walter-Scheel-Platz gehängt wurden, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Empfang förmlich aus den Händen gerissen. Wären heute nicht sieben neue Wünsche nachgereicht worden, wären alle tatsächlich schon weg gewesen! Die Chance ist also groß, dass kein Kind bei der 11. Wunschzettelaktion der Solinger Tafel für Kinder aus weniger begüterten Familien unbeschenkt bleibt und alle Wünsche erfüllt werden können. Passend zum Beginn des Advents erhellt die Großzügigkeit so vieler Solinger Bürgerinnen und Bürger die Vorweihnachtszeit. Das macht mich einmal mehr stolz, Oberbürgermeister der Klingenstadt zu sein. Und es beweist, dass wir durchaus nicht auf dem Weg in eine Ellenbogengesellschaft sind, in der jeder nur an seinen eigenen Vorteil denkt.

Was dem Volksmund wahrscheinlich nicht mehr so geläufig ist: „Geben ist seliger denn nehmen" ist ein Jesus-Zitat, das der Evangelist Lukas in der Apostelgeschichte überliefert hat. Die Weisheit dahinter ist heute so aktuell wie vor zweitausend Jahren. Sie wird sogar von der modernen Wissenschaft bestätigt: So berichtet der Wissenschaftsjournalist Stefan Klein in seinem neuesten Buch „Die Ökonomie des Glücks" von der Erkenntnis amerikanischer Sozialpsychologen, dass steigender Wohlstand eine Gesellschaft nicht automatisch zufriedener macht. Im Gegenteil: Je reicher die Gesellschaft, desto mehr Verängstigte, Depressive und Suchtkranke gibt es. Die Therapie, die Klein vorschlägt, klingt genial einfach: Unsere Ökonomie, in der das Geld im Vordergrund steht, müsste ersetzt werden durch eine, die das Streben nach Glück ins Zentrum stellt. Und der einfachste Weg zum Glück sei „der Einsatz für andere".

Rund 480 Solingerinnen und Solinger sind schon - ganz ohne sozialpsychologische Hilfestellung - auf der Zielgeraden zum Glück. Denn: Wer andere glücklich macht, in diesem Fall 480 Kinder, wird selbst glücklich. Dafür danke ich sehr herzlich den Spenderinnen und Spendern wie auch den Verantwortlichen der Solinger Tafel und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt, die dabei helfen, die schöne Idee umzusetzen.

Überreicht werden die Geschenke durch die Solinger Tafel bei der Bescherung im Großen Konzertsaal am Donnerstag, den 20. Dezember. Hier werden die Kinder mit ihren Familien anwesend sein.

Wer keinen Wunschzettel mehr ergattern kann, aber trotzdem noch zum Kinderglück beitragen möchte, kann eine kleine Geldspende in das Spendenschwein werfen, das im Verwaltungsgebäude Bonner Straße steht: Mit dem gesammelten Betrag werden Schokoladen-Nikoläuse gekauft, um sie den Kindern bei der Bescherung zu schenken.

Es grüßt herzlich
Euer und Ihr

Tim-O. Kurzbach
Oberbürgermeister

PS: Den Test, ob der Einsatz für einen anderen Menschen glücklich macht kann jeder ganz einfach für sich selbst machen. Wer Betätigungsfelder sucht, wird zum Beispiel hier fündig:

Solinger Freiwilligen Agentur