Sanierung von Schulgebäuden

Stand 03.2019

Häufig gestellte Fragen

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Welche Schäden weist das Gymnasium Schwertstraße auf?

Die Deckenkonstruktionen einschließlich der Roh- und Abhangdecken sind statisch nicht nachweisbar und erfüllen nicht die aktuellen Anforderungen hinsichtlich der Brandschutzqualität.

Dies gilt gleichermaßen für den ursprünglichen Teil des Gebäudes aus dem Jahre 1898 wie für die Erweiterungen von 1905 und 1950.

Die Befestigungssysteme der Decken im Hauptgebäude entsprechen nicht dem vorgeschriebenen Stand der Technik gelten deshalb nicht mehr als sicher und müssen erneuert werden.

Warum fallen die Schäden erst jetzt auf?

Alle sechs Jahre werden Begehungen als wiederkehrende Prüfung durch das Bauaufsichtsamt  durchgeführt. Sämtliche dabei festgestellten Mängel wurden bearbeitet und abgestellt.

Zusätzlich hat das Gebäudemanagement jährlich eine Begehung durch einen externen Brandschutzbeauftragten durchführen lassen.

Der Brandschutzbeauftragte hat bei seinen regelmäßigen Begehungen im Jahr 2017 festgestellt dass in den Treppenhäusern unzulässige „Brandlasten“ (d.h. brennbare Materialien) eingebaut waren. Es handelte sich um die Holzunterkonstruktion von Akustikdecken. 

Auf Grundlage dieses Berichtes wurde die notwendige Entfernung in Abstimmung mit dem Brandschutzsachverständigen der Bauaufsicht und der Feuerwehr für die Sommerferien 2018 geplant. Die Sommerferien wurden gewählt weil die Treppenhäuser gesperrt werden mussten. Dies hätte den Schulbetrieb unmöglich gemacht. 

Erst im Zuge dieser Arbeiten wurden weitere Auffälligkeiten an den Deckenkonstruktionen sichtbar. Deshalb wurde entschieden dass alle Deckensysteme im gesamten Gebäude durch einen Statiker geprüft werden sollen.

Zur gründlichen Begutachtung und zur kompletten Kartierung der unterschiedlichen vorgefundenen Deckensysteme mussten Bauteile zerstört werden. Ein derartiges Vorgehen kam natürlich erst in Betracht nachdem es belastbare Hinweis auf größere bauliche Schäden oder Probleme gab. Die Arbeiten haben bis Ende Januar 2019 gedauert.

Was hat die Stadt in der Vergangenheit für die Instandhaltung der Schule getan?

Regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen durchgeführt

Ein externer Brandschutzbeauftragter begeht regelmäßig das Gebäude und weist im Rahmen eines Mängelberichtes insbesondere auf Brandschutzmängel hin die dann entsprechend beseitigt werden. Darüber hinaus erfolgt alle 6 Jahre eine wiederkehrende Prüfung des Gebäudes durch die Bauaufsicht Solingen. Auch finden jährlich 2 Räumungsübungen statt.

Instandhaltung gewährleistet

Die Stadt Solingen hat die Instandhaltung der Gebäude immer im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten gewährleistet. Gemeldete Mängel im und am Gebäude werden zeitnah abgearbeitet.

Die Befestigungskonstruktion der Decken wird allerdings nur sichtbar wenn man die einzelnen Decken öffnet und damit partiell zerstört. Da es bislang keine Hinweise auf Probleme in den Decken gab wurde dies nicht in Betracht gezogen. Die inzwischen festgestellten Mängel sind ausdrücklich nicht auf unterlassene Instandhaltung zurückzuführen.

Worauf sind die heutigen Probleme zurückführen?

Das Gebäude wurde Anfang der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts nach schweren Bombenschäden auf Grundlage der damaligen technischen Standards wiederaufgebaut. Die heutigen Vorschriften insbesondere  zum Brandschutz sind strenger. Im Rahmen der Überprüfung im Jahre 2018 wurde allerdings festgestellt dass auch die damaligen Bauvorschriften teilweise nicht eingehalten worden waren. Möglicherweise wurde damals „gepfuscht“: Jedenfalls entsprach ein Großteil der vorgefunden Deckenkonstruktionen und Abhangdecken nicht den technischen Regelwerken und war auch nicht dokumentiert.

Allerdings gehen die Bauexperten der Stadt davon aus dass die Decken nicht akut einsturzgefährdet sind und über Systemreserven verfügen. Trotz der jahrzehntelangen Nutzung wurden keine auffälligen Anzeichen für ein Versagen der Tragsysteme (z.B. Risse) vorgefunden. Hinzu kommt dass die vorhandenen Abhangdecken zum Teil sogar in überlagerter und damit doppelter Ausführung vorhanden sind. Sie entsprechen aber so nicht den Regeln für die korrekte Statik von Bauwerken und müssen deshalb erneuert werden.

Seit wann weiß die Verwaltung, dass die Decken erneuert werden müssen?

Der Abschlussbericht des Gutachters zur Statik liegt dem Gebäudemanagement seit Ende Januar 2019 vor. Der Bericht des Brandschutzsachverständigen zum Sachstand und weiteren Vorgehen liegt seit Mitte Februar 2019 vor. Aufgrund dieser Erkenntnisse wurden Sofortmaßnahmen unmittelbar in die Wege geleitet (siehe nächste Frage).

Wie wird die Sicherheit gewährleistet, bis die Sanierung beginnt, also bis zum Auszug der Schülerinnen und Schüler

Nach Vorliegen des Berichtes des Brandschutzsachverständigen Mitte Februar 2019 wurden in Abstimmung mit Bauaufsicht und Feuerwehr alle notwendigen organisatorischen Maßnahmen eingeleitet damit das Gebäude weiter genutzt werden darf. Zur Erledigung dieser Maßnahmen hat der Brandschutzsachverständige eine Frist bis Mitte/Ende April eingeräumt. Hierzu zählen insbesondere

  • Dauerhafte Sperrung von drei Räumen
  • kurzfristiger Einbau von zwei zusätzlichen Brandschutztüren zur Aufrechterhaltung von weiteren zwei Klassenräumen
  • Eine dauerhafte Brandwache wird gestellt die alle nicht von der Brandmeldeanlage überwachten Bereiche in kurzen Abständen kontrolliert
  • Aufschaltung der Brandmeldeanlage auf die Feuerwehr ab 7. März.
    (zuvor war diese bei einer Sicherheitsfirma aufgeschaltet)

Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen ist weiterhin der sichere Schulbetrieb bis zu den Sommerferien 2019 gewährleistet.

Mit dem Wissen von heute: Waren die Schüler all die Jahre NICHT sicher?

Nach dem Flughafenbrand 1998 in Düsseldorf wurden in Solingen alle Sonderbauten (Schulen Kindergärten Verwaltungsgebäude etc.) überprüft und durch bauliche Maßnahmen in den Folgejahren ertüchtigt. Dies auch für das Gebäude Schwertstraße.

Im Rahmen einer Sanierung im Jahr 2005 wurde die Rettungswegsituation durch bauliche Maßnahmen wie den Bau von Rauchschutz-Trennungen und die Installation einer Brandmeldeanlage die alle Flucht- und Rettungswege überwacht wesentlich verbessert. Es wurde alles dafür getan die Schüler möglichst früh zu alarmieren und die Selbstrettung über Flure und Treppenräume sicher zu ermöglichen.

Die Brandmeldeanlage hätte bei Auftreten von Rauch im Bereich eines Flurs oder Treppenraums sofort das gesamte Gebäude alarmiert so dass die baulichen Rettungswege hätten genutzt werden können. Bei der letzten Räumungsübung wurde das Gebäude innerhalb von weniger als 5 Minuten geräumt.

Es wird auch eine Schadstoff-Sanierung notwendig: Um welche Schadstoffe handelt es sich konkret?

Es handelt sich u. a. um Asbest in Putzen sowie Künstliche Mineralfasern (KMF) in den Decken Diese Schadstoffe sind im Gebäude aber fest an andere Materialien gebunden und stellen keine Gefahr dar. Solange keine baulichen Maßnahmen durchgeführt werden ist dies unkritisch.

Bei baulichen Eingriffen in schadstoffbelasteten Bauteile ist ein fachgerechter Umgang sichergestellt. Bereits bei der Sanierung der Fenster und des Treppenhauses wurden entsprechende Vorkehrungen getroffen.

Wie sicher kann man sein, dass an der Schwertstraße nicht noch andere schwerwiegende Mängel entdeckt werden, die bisher nicht erkannt wurden?

Die sicherheitsrelevanten Mängel sind durch die vorliegenden belastbaren Gutachten vollständig erkundet  und beschrieben.