Solingen ist smart...

Stand 12.2019

Oberbürgermeister Tim-O. Kurzbach

Liebe Solingerinnen, liebe Solinger,

unsere Stadt ist smart – und sie wird noch viel smarter. Das ist vielen in der Klingenstadt  vermutlich noch gar nicht so bewusst. Aber derzeit sorgt Solingen bei der Digitalisierung für Furore. Auf einem Gebiet also, das wohl wie kein anderes für Zukunft, Perspektiven und Chancen steht. Wir streuen längst die Saatkörner, aus denen eine moderne Infrastruktur erwächst. Eine Infrastruktur, die nicht nur künftigen Ansprüchen gerecht wird, sondern vielleicht auch Maßstäbe für andere setzt.

Solingen hat das Zeug dazu, zum Vorbild dafür zu werden, wie sich eine Stadtgesellschaft klug vernetzt und alle Lebensbereiche bei der Digitalisierung mitnimmt – von den Kindertagesstätten und Schulen über die Verwaltung und die Wirtschaft bis hinein in die Stadtquartiere mit ihren Geschäften, Vereinen, Kultureinrichtungen und natürlich mit den privaten Haushalten.

Gerade erst hat Solingen exzellent in einem entsprechenden Smart-City-Ranking abgeschnitten. In dieser Studie wurden die 400 größten Städte Deutschlands verglichen. Experten haben untersucht, wie weit diese Kommunen beim Ausbau ihrer digitalen Infrastruktur bereits sind und wie klug sie die verschiedenen Lebensbereiche vernetzen. Auf den hervorragenden Platz 9 hat es die Klingenstadt in dieser Rangliste geschafft und damit sogar die Hauptstadt Berlin hinter sich gelassen. Das ist ein toller Erfolg für alle, die den Aufbau der smarten Systeme kreativ planen und umsetzen.

Erst im Oktober habe ich mir ein Bild davon gemacht, was da alles im Detail schon passiert. Bei einer großen Zukunftsmesse haben sich alle Dienste, Abteilungen, Tochterunternehmen und Eigenbetriebe unserer Verwaltung mit ihren digitalen Projekten präsentiert. Von wegen langsame Behörde – unter dem Dach der Stadt geht es gerade rasend schnell voran. 

Das ist auch deshalb möglich, weil Solingen zu 13 Städten bundesweit gehört, die aufgrund ihrer intelligenten Digitalisierungsstrategie mit Millionen-Zuschüssen durch das Bundesinnenministerium gefördert werden. Die finanzielle Zusage über 9 Millionen Euro haben wir uns in diesem Jahr in Berlin abgeholt.

Um all das, was sich gerade entwickelt, noch sichtbarer und erlebbarer zu machen, wollen wir uns mit der Idee der Zukunftsmesse im kommenden Jahr gezielt nach außen wenden – indem wir Sie, liebe Solingerinnen und Solinger, noch besser darüber informieren, wie Sie in ihrem Alltag schon bald smarte Technologien nutzen können. Ganz vorne steht dabei sicherlich die Solingen-App, die gerade getestet wird. Sie soll möglichst schon im ersten Halbjahr 2020 soweit sein, dass sie für alle frei verfügbar ist. Diese App wird als Online-Plattform all die digitalen Stränge in unserer Stadt bündeln und verknüpfen, damit Sie möglichst bequem zu der Information navigiert werden, die Sie gerade benötigen.

Auf diese Weise entwerfen wir ein modernes „Taschenmesser“ für alle Menschen, die in unserer Klingenstadt leben und arbeiten. Es ist als eine Art Allzweckwaffe gedacht. Sie hilft dabei, im Digitalen Dschungel schnell den Weg zu finden – vom Bürgerbüro bis zu den Fahrplänen im Busverkehr, von den Angeboten des Einzelhandels bis zu frei verfügbaren Parkplätzen, vom Wetter bis zum nächst gelegenen Spielplatz sowie von den Aktivitäten des Sportbundes bis zum Veranstaltungskalender.

Aber auch ohne Handy kommt die digitale Welt zu uns – zum Beispiel in Form von Digitalen Stelen, die wir im Stadtgebiet installieren werden. Es handelt sich um Informationssäulen, die in den Stadtteilen anzeigen, was rund um den aktuellen Standort alles zu finden ist. Praktisch ein lokales Aushängeschild all dessen, was mit der Solingen App möglich ist, zugeschnitten auf den jeweiligen Platz, an dem diese Stelen stehen. Die ersten Prototypen unserer Digital-Tafeln sind bestellt, damit einige schon im kommenden Jahr für eine Testphase in Betrieb gehen können. Die Idee ist, die ersten drei dann wohl in der Innenstadt, in Ohligs und in Wald zu erproben.

Wir wollen die DIgitalen Stelen als Instrument nutzen, um die Stadtteile weiter zu beleben, um eine geschickte Verbindung zu schaffen – zwischen der digitalen Online-Welt und der analogen Welt mit ihren Geschäften, Restaurants, Cafés sowie Dienstleistungs-, Kultur- und Sporteinrichtungen. Die Orte, an denen Menschen bei uns in Solingen tatsächlich und völlig analog unterwegs sind – auf ihren Füßen mit offenen Augen und Ohren und mit viel Lust am Aufenthalt in ihrer Stadt. Beide Welten sollen sich ergänzen und gegenseitig befruchten, um City und die Stadtteile noch lebendiger machen.

Denn das ist doch das große Ziel: Solingen moderner, spannender und abwechslungsreicher zu machen – nicht trotz der Digitalisierung, sondern gerade wegen ihr. Indem wir all die Möglichkeiten intelligent nutzen, die uns die digitale Zukunft bietet. Wer sich ein Bild von der Vielfalt der digitalen Themen machen möchte, mit denen sich Solingen beschäftigt, kann sich einfach einmal den Film anschauen, der über die Zukunftsmesse produziert worden ist. Ich finde, wir sehen wirklich smarten Zeiten entgegen!

Ihr und euer

Tim-O. Kurzbach
Oberbürgermeister