Solingen und Thiès: „Starke Bündnisse“

Vielfältige Initiativen mit Thiès im Senegal

Seit den 80-iger Jahren gibt es ein starkes Engagement von Solinger Vereinen und Organisationen, das in vielen Einzelprojekten sichtbar wird. Die Themen sind vielfältig: Kultur, Sport, Gesundheit, Bildung, Ernährung, Klimaschutz oder Anpassung an den Klimawandel. Ziel ist eine Verbesserung der Lebensbedingungen durch Stärkung der lokalen Infrastruktur. Ein aktuelles Beispiel ist das Vorhaben des Fördervereins zur Errichtung einer Fachschule für Hotellerie und Gastronomie in der Region Thiès. Regelmäßige  Begegnungsmaßnahmen ermöglichen auch jungen Menschen aus beiden Ländern ein persönliches und praktisches Engagement.

Die Stadt Solingen nebst weiteren Organisationen und Vereinen sowie Fördergebern von Bund und Land unterstützen die zahlreichen Aktivitäten.

Die kommunale Klimapartnerschaft

Klimakonferenz zur Erarbeitung eines gemeinsamen Handlungsprogramms in Thiès
Klimakonferenz zur Erarbeitung eines gemeinsamen
Handlungsprogramms in Thiès, 2015

Der Grundgedanke einer „kommunalen Klimapartnerschaft“ ist es, die fachliche Zusammenarbeit deutscher Städte mit Kommunen im sogenannten „Globalen Süden“ in den Bereichen Klima- und Ressourcenschutz und Klimaanpassung zu stärken. 

Zwischen 2013 und 2015 erarbeiteten Solingen und Thiès für diese Zukunftsthemen mit ihrer Teilnahme am Programm „50 kommunale Klimapartnerschaften“ ein Handlungsprogramm, welches als gemeinsames Konzept kontinuierlich weiterentwickelt werden soll. Die Klimapartnerschaft als internationale Zusammenarbeit der Städte wird vom Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit Hilfe der Servicestelle für Kommunen in der Einen Welt/Engagement Global und der Landesarbeitsgemeinschaft LAG 21 unterstützt.

Die Entwicklungszusammenarbeit wird durch ein breites Engagement getragen: Der Förderverein „Freundschaft mit Thiès e.V.“ , die Berufs-, Jugend- und Freiwillige Feuerwehr, ebenso wie Vereine und Organisationen in Thiès bündeln ihre Kräfte seit Jahrzehnten.

Wiederaufforstung und Erosionsbekämpfung

Die Folgen von Dürre und Erosion des Hochplateaus von Thiès zeigen sich während der Regenzeit im tiefliegenden Stadtgebiet durch starke Überschwemmungen
Die Folgen von Dürre und Erosion des Hochplateaus
von Thiès zeigen sich während der Regenzeit
im tiefliegenden Stadtgebiet durch starke
Überschwemmungen, 2016

Als erste Maßnahme aus dem gemeinsam erarbeiteten Handlungsprogramm wird seit Anfang 2016 dieses erste große Projekt durch die Städte Solingen und Thiès umgesetzt. Das  Projekt soll planmäßig im Dezember 2018 fertiggestellt sein.

Im Fokus der Maßnahmen stehen einerseits das Stadtgebiet selbst mit seinen umgebenden Dörfern und andererseits das die Stadt einkesselnde, von Dürre und Erosion geprägte Hochplateau von Thiès. An wichtigen Hanglagen werden Erosionsschutzvorrichtungen gebaut. In Handarbeit werden mit Sand, Steinen und anderen in der Natur vorhandenen Materialien Wälle und Gräben errichtet. Großflächige Neupflanzungen mit widerstandsfähigen Büschen und Bäumen sollen das Regenwasserrückhaltevermögen des Bodens stärken. An verschiedenen Projektstandorten wurden inzwischen entlang der Höhelinien Befestigungsdämme und -gräben, Regenrückhaltebecken und bepflanzte Schutzzäune als erosionshemmende Sperrwerke fertiggestellt, um weite Bodenflächen wieder nutzbar und die Erde fruchtbarer zu machen. Dadurch  sollen die saisonal auftretenden, teilweise sehr starken Überschwemmungsszenarien im tiefliegenden Stadtgebiet minimiert werden. Während der Regenzeit im Sommer 2017 konnten erstmals positive Auswirkungen der begonnenen Projektmaßnahmen beobachtet werden. Auch die Ausstattung vieler Haushalte mit umweltfreundlicheren Heizöfen gehört zum Projekt.

Arbeitsgruppen von jeweils 10-12 Männern und Frauen werden von Ausbildern geschult und angeleitet, um Steinwälle und Anti-Erosionsgräben zu errichten
Arbeitsgruppen von jeweils 10-12 Männern und
Frauen werden von Ausbildern geschult und
angeleitet, um Steinwälle und Anti-Erosionsgräben
zu errichten, 2016

Die Menschen aus den Dörfern werden ausgebildet und angeleitet, sie setzen die Maßnahmen neben ihrer gewöhnlichen Feldarbeit selbst um. In den ländlichen Bereichen im Senegal leben heute deutlich mehr Frauen als Männer, denn oft  suchen diese nach Arbeit in den Städten oder verlassen sogar das Land. So sind es nun mehrheitlich Frauen, die in diesem Projekt arbeiten. Sie identifizieren sich stark mit den Aufgaben und vor Ort wird es „das Projekt der Frauen von Thiès“ genannt. Im Projekt wird die Bevölkerung mit gezielten Bildungs- und Informationsprogrammen einbezogen und für die Notwendigkeit der Maßnahmen sensibilisiert.

Das Projekt der beiden Städte wird vom Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit Hilfe der Servicestelle für Kommunen in der Einen Welt/Engagement Global gefördert (Förderprogramm für kommunale Klimaschutz- und Klimaanpassungsprojekte FKKP) und vom Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt.

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