Solingen wird Hochschul-Standort

Stand 10.2018

Zusammenarbeit ZDS und HN - Letter of Intent

Liebe Solingerinnen, liebe Solinger,

der Herbst dieses Jahres fällt so sonnig aus wie selten. Sicher werden Sie sagen: das Wetter! Aber ich denke an die Zukunftsperspektiven für unsere Stadt. An eine glänzende Perspektive. An die große Chance, Solingen schon in wenigen Jahren als Hochschul-Standort auf der Landkarte  zu sehen. Denn in Gräfrath wächst genau dieser heran – dank der angesehenen Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft (ZDS) und dank der Hochschule Niederrhein (HN). Beide haben sich als Partner entdeckt und schätzen gelernt. Mehr noch, sie haben sich entschlossen, ab sofort eng zusammenzuarbeiten, um vom Ruf und von der Kompetenz des anderen jeweils gehörig zu profitieren.

Ermutigt und moderiert von der Stadt Solingen haben die ZDS und die Hochschule Niederrhein jetzt in Gräfrath eine Absichtserklärung unterschrieben, deren Ziel es ist, die Hochschule in Solingen dauerhaft zu verankern. An der ZDS soll binnen weniger Jahre ein Lehr- und Forschungsinstitut entstehen. Laut Plan werden dann schon in wenigen Jahren bis zu 150 Studenten der Ernährungswissenschaften ihren Master- oder Bachelor-Abschluss bei uns machen. Auf ein ehrgeiziges Ziel haben sich beide Partner für ihre Kooperation geeinigt. Für Solingen kann das Ziel gar nicht ambitioniert genug sein.

Die Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft, deren Grundstein 1952 in Gräfrath gelegt wurde, besticht durch ihre hervorragende technische Ausstattung und durch ihre Erfahrung, in der anwendungsorientieren Ausbildung junger Menschen. Denn hier wird der Nachwuchs wirklich konkret für den späteren Beruf vorbereitet. Die Hochschule Niederrhein mit ihren Standorten in Krefeld und Mönchengladbach, steht für große Kompetenz in der akademischen Lehre sowie in der Forschung, insbesondere im Bereich der Lebensmittelwissenschaften. Ihr Fachbereich Oecotrophologie ist mit 900 Studenten der größte seiner Art in Deutschland. Das unterschriebene Kooperationspapier heißt Absichtserklärung und könnte als vage Idee missverstanden werden. Die Partner und die Pläne, die dahinter stehen, sind jedoch sehr klar und konkret.

Zusammenarbeit ZDS und HN - Letter of Intent

Solingen will Hochschul-Stadt werden und das schnell! Das ist die Botschaft, die von dieser Kooperation ausgeht. Studierende und Professoren werden dann Teil des Gräfrather und des Solinger Lebens. Für mich als Oberbürgermeister rückt damit die Erfüllung eines Herzenswunsches in greifbare Nähe. Unsere Klingenstadt erhält weiteren Schwung und junges Blut. Je mehr kluge Köpfe bei uns lernen, arbeiten und leben – desto besser. Auch aus der Sicht der Wirtschaft und des Bildungs-Sektors wird der Status als Hochschul-Stadt ein echter Standortfaktor. Er wird aufhorchen lassen. Das scharfe Image der Klingenstadt erhält auch eine süße Seite.

Es ist eine weitere Verbindung, die Solingen zur Hochschullehre schlägt. Denn im früheren Hauptbahnhof im Südpark ist seit Jahren bereits das Forum Produktdesign angesiedelt, mit einem Lehrstuhl für Neue Fertigungstechnologien und Werkstoffe, den die Bergische Universität Wuppertal dort etabliert hat. Und das Krankenhaus Bethanien in Aufderhöhe ist in der Lungenheilkunde an die Kölner Uni-Klinik angeschlossen. Geografisch und inhaltlich liegen diese Hochschul-Spots allerdings deutlich auseinander. Auch in der Dimension wird das Gräfrather Projekt eine Sonderstellung einnehmen. Und dennoch ergänzen sich die drei Modelle und erzeugen gemeinsame Strahlkraft: Sie lassen Solingen mit ihren Ablegern von moderner Lehre und Forschung heller leuchten.

Auch wenn es hier nicht um Digitales bei der Stadtentwicklung geht – zu einer „Smart City“, zu der Solingen heranwachsen soll, passt das Gräfrather Hochschul-Modell allemal, meine ich. Arbeiten wir also weiter daran, dass die Pläne zügig Wirklichkeit werden. Es ist jeden Einsatz und jede Unterstützung wert.

Es grüßt herzlich
Euer und Ihr

Tim-O. Kurzbach
Oberbürgermeister