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Stand 03.2020

Smart City Solingen

Die Digitalisierung wird viele Bereiche von Verwaltung, Wirtschaft und Stadtgesellschaft weiter verändern. Eine Smart City nutzt Informations- und Kommunikationstechnologien, um zum Beispiel kommunale Infrastrukturen fit für die Zukunft zu machen. Eine Smart City geht jedoch auch noch weiter: Die Digitalisierung ist inzwischen in vielen Lebensbereichen Realität geworden. Deshalb sollen alle Akteure einer Stadt in einer Smart City die Möglichkeit nutzen, den aktuellen Veränderungsprozess aktiv mit zu gestalten.

Wo ist in meiner Nähe ein Parkplatz frei? Wie sind die aktuellen UV-Werte in der Innenstadt? Das mit dem Smartphone herauszufinden, wird in Solingen bald kein Problem mehr sein. Auch der Prototyp eines Public Displays ist bereits vorhanden. "Fertig" sind die ersten Parkplätze an der Merianstraße, die sich über Parksensoren digital ansteuern lassen, und einige "smarte" Lampen im Stadtgebiet, die mehr können als leuchten. Künftig werden sie etwa Daten über Witterung und Luftbelastung liefern. Freie Parkplätze, Verkehrsstörungen, Wetterdaten, Ladestationen für e-Autos gehören zu den Infos, die jetzt schon abrufbar sind. Das WLAN im öffentlichen Raum bauen wir gemeinsam mit der Initiative Freifunk aus.

Digitalisierungsstrategie seit 2018

Die Stadt Solingen möchte hier zu den Vorreitern gehören. Deshalb wurde bereits im Frühjahr 2018 eine umfassende Digitalisierungsstrategie entwickelt und vorgestellt. Die Klingenstadt Solingen versteht die Digitalisierung dabei nicht als Selbstzweck, sondern verbindet sie mit einem konkreten Mehrwert:

  • Sozialer Nutzen für ihre Bürgerinnen und Bürger
  • Vorteile für die örtliche Wirtschaft
  • Sinnvollerer Umgang mit Ressourcen für eine nachhaltigere Lebensweise, die die Welt auch für unsere Enkelinnen und Enkel noch lebenswert macht.

Aber womit fangen wir an? Was können wir in Solingen bewegen? Wer hat die smarten Ideen? Und wer kann sie umsetzen?

Smart City Solingen - eine Stadt für Startups

Erste Antworten auf diese Fragen hat uns der „Smart City Pitch" gebracht, der unter Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Tim Kurzbach im September 2018 in der Fahrzeughalle des Verkehrsbetriebes der Stadtwerke Solingen stattgefunden hat. Eingeladen waren Unternehmen aus ganz Deutschland, ihre Ideen zur Digitalisierung in der Stadt zu präsentieren.

Das „Coworkit“ als Teil des Gründer­ und Technologiezentrums (GuT) bietet Startups, Freelancern und Digitalen Nomaden ein Zuhause an, um schnell und kostengünstig durchstarten zu können. Dabei möchten wir eine Umgebung schaffen, die das Miteinander fördert und für Startups das Ökosystem in Solingen ist. Das Coworkit ist Coworking Space, Inkubator für Start Ups und bietet am 3D Startup Campus NRW kostenlose Hilfestellung zu innovativen Ideen und Projekten aus den Bereichen des 3D Drucks, AR/VR und Software.

Das Coworkit gehört zu den Initiatoren des Berg Pitches, dem größten öffentlichen Startup-Pitch im Bergischen Land. Zu den Gewinnern gehörte zum Beispiel das Solinger Startup Sdui, das eine Plattform für Stundenpläne, Elternbriefe, Dateien und mehr entwickelt hat. Diese Plattform steht inzwischen allen Solinger Schulen zur Verfügung.

Solingen-App und Stele in der Testphase

Den ersten Schritten auf dem Weg zur Smart City sollen viele weitere folgen. Bürgerinnen und Bürger können dazu beitragen. Etwa indem sie die neue App „Mensch, Solingen!“ testen, Rückmeldungen und Anregungen geben, welche Infos sie sich wünschen.

Wer unter den 150 „Versuchskaninchen“ für die Testversion sein möchte, mailt sein Interesse direkt an uns. Bitte beachten Sie, dass die Testversion der Solingen-App derzeit nur für Apple-Geräte verfügbar ist. Eine Android-Version soll folgen.

Auch eine digitale Stele wurde als Prototyp gemeinsam mit dem Solinger Startup Mammut Media entwickelt. Erste Prototypen werden in diesem Jahr aufgebaut.

Die Klingenstadt Solingen ist überzeugt, dass gemeinsam mehr geht. Deshalb sollen sowohl die App als auch die Stele in Zukunft gemeinsam mit anderen Städten weiterentwickelt werden. Hierzu finden aktuell Gespräche statt. Interessierte Kommunen können sich gerne an uns wenden.

Smart City 2030 - das Modellprojekt der Bundesregierung

Die Klingenstadt erhält in den nächsten Jahren rund 9 Millionen Euro Fördergeld des Bundes für Smart City Modellprojekt in der Solinger Innenstadt. Solingen hatte ebenso wie rund einhundert andere Kommunen bei einem Wettbewerb des Bundesinnenministeriums um Fördermittel beworben und konnte die Jury mit seiner umfassenden und ganzheitlichen Digitalisierungsstrategie und den Projektvorschlägen überzeugen.

Neben Ulm und Wolfsburg gehört Solingen zu den ersten Städten, die durch die Bundesregierung gefördert werden. Kern des Projektes ist die Digitalisierung von Kommunaler Infrastruktur. Kompass des Projektes bildet das integrierte Stadtentwicklungskonzept City2030 für die Solinger Innenstadt.

Solingen wurde als eine von dreizehn Modellstandorten „Modellvorhaben Smart Cities" ausgewählt, in denen Ansätze und Lösungen entwickelt und erprobt werden, die den deutschen Kommunen insgesamt in naher Zukunft als Vorbild und Blaupause dienen sollen.

Mit dem Batterie-Oberleitungs-Bus (BOB) zum emissionsfreien ÖPNV

Die Weiterentwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zu einem nachhaltigen, modernen und effizienten System stellt die Verkehrsbetriebe deutschlandweit vor große Herausforderungen. Neue Technologien von Elektrobussen sind verfügbar und werden in einigen deutschen Städten bereits getestet. Diese haben im Kern drei Gemeinsamkeiten: Zum einen sind sie deutlich teurer als Dieselbusse, zum anderen machen sie eine Änderung der Betriebsabläufe notwendig. Zu guter Letzt ist eine Elektrifizierung der gesamten Flotte eines Verkehrsbetriebs mit infrastrukturellen und logistischen Problemen verbunden.

Durch die Kombination von bewährter Oberleitungsbus- und neuester Batterietechnologie im Batterie-Oberleitungs-Bus (BOB) soll in diesem Projekt demonstriert werden, wie die Elektrifizierung des ÖPNV in Kommunen gelingen kann.

Die Stadt Solingen arbeitet gemeinsam mit Stadtwerken und SWS Netze Solingen sowie weiteren Kooperationspartnern aus Wissenschaft und Praxis (Neue Effizienz, Bergische Universität Wuppertal, Voltabox AG, NetSystem GmbH) an dem Projekt, das durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert wird.

Bergisch.Smart: KI als Enabler der Mobilität von Morgen

Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen fördert diese Entwicklung in so genannten Digitalen Modellregionen. Solingen bildet gemeinsam mit Remscheid und Wuppertal die Modellregion Bergisches Städtedreieck. Im Schwerpunkt Smart City der Förderlinie Digitale Modellregionen beschäftigt sich die Region mit der Mobilität.

Die technologischen Entwicklungssprünge der jüngeren Zeit - Künstliche Intelligenz (KI), Machine Learning und Data Analytics - treiben die Entwicklung digitaler Lösungen für innovative Mobilitätskonzepte an und versprechen vielfältige Einsatzmöglichkeiten wie beispielsweise im Bereich adaptiver Verkehrsflusssteuerung, multimodaler Verkehrsservices, hochautomatisierten bis autonomen Fahrens. Basierend auf diesen Entwicklungen wurde im Rahmen der Digitalen Modellregion Bergisches Städtedreieck das Projekt „Bergisch.Smart: KI als Enabler der Mobilität von Morgen" entwickelt, in dem im Bergischen Städtedreieck ein Reallabor zu KI-basierter Mobilität etabliert werden soll. Die wesentlichen Ziele umfassen zukunftsfähige Lösungen als Chancen für die Region zu entwickeln, Machbarkeiten prototypisch nachzuweisen und Standards zu definieren, die auch als Blaupause für eine überregionale Umsetzbarkeit dienen können.

E-Government: Digitalisierung von Prozessen im Ausländerwesen

Mit Digitalisierung zur modernen öffentlichen Verwaltung, das beschreibt der Begriff E-Government. Neben Smart City bildet E-Government die zweite Säule der Förderlinie Digitale Modellregionen.

Die Klingenstadt Solingen beschäftigt sich als Teil der Modellregion mit der Digitalisierung von Prozessen im Ausländerwesen. Im Projekt werden drei Prozesse aus dem Themenfeld „Ein- und Auswanderung" des Onlinezugangsgesetzes (OZG) digitalisiert. Im Rahmen des Förderprojektes sollen wesentliche Mehrwerte für die Bürgerinnen und Bürger generiert sowie die Arbeit der öffentlichen Verwaltung erleichtert werden. Darüber hinaus sollen unter Einbeziehung innovativer technischer Lösungsansätze Prozessabläufe optimiert und nutzerfreundlich umgesetzt werden.

Die städteübergreifende Zusammenarbeit sichert die Übertragbarkeit der Ergebnisse.

Gut navigiert durch das Solinger Rathaus

Nicht alle Behördengänge werden sich in Zukunft online erledigen lassen. Deshalb arbeiten wir gemeinsam mit dem Fraunhofer FOKUS an einem Indoor-Navigations-System für das Solinger Rathaus. Das System ermöglicht Smartphone-Nutzern, sich innerhalb von Gebäuden genau und barrierefrei navigieren zu lassen. Die herkömmliche GPS-basierte Navigation auf dem Smartphone, wie sie aus dem Straßenverkehr bekannt ist, funktioniert im Gebäude aufgrund des zu schwachen und ungenauen GPS-Signals nicht.

Hier hilft in Zukunft ein digitales Indoor-Navigations-System als integrierter Teil der Solingen App.

Ideen & Anregungen

In der Smart City Solingen übernimmt die Stabstelle solingen.digital eine koordinierende und begleitende Funktion. Haben Sie Ideen und Anregungen? Dann sprechen Sie uns an!

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