Sommergrüße für Daheimgebliebene.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach

Liebe Solingerinnen und Solinger,

Mitte Juni durfte ich mit einer Delegation der Bergischen Tripolis Remscheid, Solingen und Wuppertal die Stadt Porto besuchen. Porto hat über 238.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt an der Mündung des Flusses Douro in den Atlantik und ist älter als Köln. Schon die alten Griechen nannten den Platz den "schönen Hafen". Und wenn das auch  2.500 Jahre her ist, stimmt es noch heute: Das Stadtbild von Porto ist schön. Altstadthäuser, verwinkelte Gassen, alte Kirchen und zwei gewaltige Brücken, die sich seit über hundert Jahren über den Douro spannen. Ponte Maria Pia und Ponte Dom Luis I. Die beiden "Großbogenbrücken" (um genau zu sein) waren Anlass und Ziel der Reise.

Denn Porto ist unser Partner für das übernationale UNESCO-Welterbe-Projekt mit dem Namen ‚Großbogenbrücken des 19. Jahrhunderts‘. Wir Bergischen bringen die Müngstener Brücke ein. Zusammen mit Brücken in Italien und Frankreich lässt sich die technische Entwicklung dieses Typs lückenlos darstellen. Was jede Brücke für sich nicht schaffen würde – Weltkulturerbe zu sein – als Serie haben sie das Zeug dazu. Und auf der portugiesischen Vorschlagsliste für die UNESCO kann es auch für die Müngstener Brücke viel schneller gehen mit dem Welterbe. Einigkeit macht stark. Unser Brückenprojekt wäre ein schönes Vorbild für andere europäische Projekte der Gegenwart. Aber immerhin beweist es, wieviel Leben im europäischen Gedanken doch steckt. Kommen die Praktiker zusammen, kommen Menschen zusammen, dann wird Europa spürbar. Wir dürfen hoffen.

Sei es der Ponte San Michele in Italien, die Viadukte Garabit oder du Viaur in Frankreich oder die beiden portugiesischen Brücken – alle stehen sie in großartigen Landschaften, die schon immer in touristischen Reiseführern und Prospekten zu Hause waren und sehr professionell von ihren Regionen vermarktet werden. Trotzdem sind wir, die Industrieregion an der Wupper, für unsere europäischen Gesprächspartner keine "Juniorpartner". Wir sprechen auf Augenhöhe miteinander -  letztes Jahr unter der Müngstener Brücke, letzten Monat in Porto, nächstes Jahr in Italien. Und wenn man die Brückenbilder nebeneinander sieht, dann macht auch unsere Müngstener Brücke „bella figura“ und muss den Vergleich mit den anderen nicht scheuen!

Wir dürfen einmal mehr stolz sein auf die Schätze, die Solingen innerhalb seiner Stadtgrenzen hütet: außer der Müngstener Brücke auf Schloss Burg, das samt Stadtteil gerade runderneuert wird, auf den historischen Ortskern von Gräfrath, unsere nahen Bachtäler, die besondere Heidelandschaft in Ohligs (inclusive Freibad), die Wupperberge, den Klingenpfad. Soingen ist ein Paradies fürs Wandern, Radfahren und Joggen. Besonders in diesem Super-Sommer. Klar: Portugal, Frankreich, Italien, sind eine Reise wert. Mensch, entdecke die Welt! Aber wir müssen uns auch nicht verstecken.

Deshalb mein Vorschlag für alle, die in diesem Jahr nicht verreisen oder die den Urlaub schon hinter sich haben: Mensch, entdecke Solingen!

Den kompletten Überblick über die 400 Kilometer Wanderwege auf Solinger Gebiet gibt es in der Freizeitkarte Solingen im Buchhandel. Wer lieber digital unterwegs ist, findet auf dem Stadtportal neun Tourenvorschläge als komplette GPS-Datensätze zum Download. Mit Höhenprofilen. Die Daten einfach auf den PC herunterladen, abspeichern und in kostenlose Tourenplaner wie die von komoot.de, outdooractive.com oder google earth importieren. Schon kann‘s losgehen.

Und wer sich müde gelaufen hat, fährt von Müngsten oder Burg aus mit dem Solinger WanderExpress WE687 zurück in die City. Den link zum Fahrplan hänge ich weiter unten an.

Ich wünsche entspannte Ferien.

Es grüßt herzlich
Euer und Ihr

Tim-O. Kurzbach
Oberbürgermeister

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