Eine wirklich schöne Bescherung!

Stand 11.2017

Wunschzettelaktion der Solinger Tafel 2017
Oberbürgermeister Tim Kurzbach

 

Liebe Solingerinnen und Solinger,

dass Weihnachten das Fest des Schenkens ist, liegt an Martin Luther. Vor der Reformation beschenkten die Christen ihre Kinder nämlich nur zum Fest des Heiligen Nikolaus am 6. Dezember. Um die Popularität des Heiligen zu brechen, verlegte der Reformator das Schenken auf das Fest von Christi Geburt und führte eine neue Gestalt ein, die Gaben bringt: das Christkind. Dadurch ist der ursprüngliche Sinn des Schenkens nicht mehr so deutlich zu erkennen, weil sie mit der Nikolaus-Legende verbunden war. Sie geht so:

Nikolaus, ein reicher Erbe aus Myra, eine antike Stadt in der Nähe von Antalya in der heutigen Türkei, soll drei verarmte junge Frauen vor der Prostitution gerettet haben, indem er ihnen unerkannt des Nachts Gold ins Zimmer warf. Wenn im Mittelalter christliche Eltern ihre Kinder am 6. Dezember beschenkten, spielten sie diese Szene nach.

Die Idee dahinter hat der Theologe Manfred Becker-Huberti so erklärt: „Schenken bedeutete für Nikolaus: Menschen schon auf Erden am Reich Gottes teilnehmen zu lassen. Er hielt den Frauen den Weg zum Himmel offen. Das Geschenk des Heiligen war eben nicht das Gold; das war bloß Mittel zum Zweck, dem Erhalt der physischen und der geistigen Freiheit der jungen Frauen. Schenken zu Nikolaus, so vollzieht diese Legende nach, ist ein "Nikolausspiel", in dem die Menschen erfahren: Gott will uns Gutes. Dabei ging es eben nicht um besonders kostbare und möglichst viele Geschenke, sondern um die Symbolik: Ich bin nicht vergessen, ich bin geliebt als Kind Gottes. Süßigkeiten oder Spielzeug am Nikolausfest sollen spielerisch die Gnade Gottes vergegenwärtigen."

„Kein Mensch ist vergessen." Egal, welcher Religion oder Konfession wir angehören, diese zutiefst humane Botschaft des Nikolaus von Myra können wir alle verstehen. Und hier ist mein Vorschlag, wie Sie ihn in schon jetzt, sechs Wochen vor Weihnachten, in die Tat umsetzen können: Unterstützen Sie die diesjährige Wunschzettel-Aktion der Solinger Tafel. So können Sie mitmachen:

Die Wünsche:

Kinder, deren Eltern bei der Solinger Tafel registriert sind, können einen Wunschzettel ausfüllen und erhalten beim großen Wunschzetteltag ein Geschenk im Wert von etwa 20 Euro.

Abholen:

Alle Wunschzettel liegen ab dem 20. November an der Information im Eingangsbereich des Rathauses, Rathausplatz 1, während der Öffnungszeiten von 7 bis 19 Uhr, aus. Wer einem Kind einen Wunsch erfüllen möchte, kommt vorbei und sucht sich einen Wunschzettel aus.

Abgabe:

Die besorgten und weihnachtlich verpackten Geschenke werden bis Freitag, 15. Dezember, am Rathausempfang entgegengenommen.

Bescherung:

Überreicht werden sie dann bei einer großen Bescherung im Konzertsaal des Theaters und Konzerthauses am Donnerstag, 21. Dezember, durch die Solinger Tafel. Dazu eingeladen sind neben den Kindern mit ihren Familien selbstverständlich auch alle, die gespendet haben.

Herzlichen Dank für's Mitmachen:

Tim Kurzbach
Schirmherr der 10. Wunschzettelaktion der Solinger Tafel

P.S. Die Solinger Tafel sammelt Lebensmittel, die sonst vernichtet würden, und verteilt sie an Bedürftige. Wer die Arbeit der Tafeln unterstützt, setzt sich auch für mehr Verteilungsgerechtigkeit und Nachhaltigkeit ein: Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) geht davon aus, dass weltweit rund ein Drittel der für den menschlichen Verbrauch produzierten Lebensmittel verloren gehen oder weggeworfen werfen. Dies würde einer Menge von etwa 1,3 Milliarden Tonnen pro Jahr entsprechen. Gleichzeitig leiden nach FAO Schätzungen rund 925 Millionen Menschen an Hunger und Unterernährung. (Quelle: Bundeszentrum für Ernährung)