Wupperbrücke Haasenmühle

Stand 08.2019

Erneuerung der Brücke zwischen Solingen und Leichlingen

  

Die Wupperbrücke an der Haasenmühle wird abgerissen
Abbruch und Neubau

Mitte Juli haben die Vorbereitungen zum Abbruch der alten Wupperbrücke an der Kreisstraße 1 zwischen Haasenmühle (Solingen) und Nesselrath (Leichlingen) begonnen. Aktuell laufen die konkreten Abbrucharbeiten, im September soll das marode Bauwerk endgültig Geschichte sein.

Dabei muss mit großer Umsicht gearbeitet werden, denn die Brücke liegt in einem naturgeschützten Gebiet. So dürfen etwa keine Bauteile in die Wupper fallen. Im ersten Schritt wird das Bauwerk deshalb in den Rohbauzustand versetzt. Asphalt und Geländer werden entfernt, die Widerlager freigelegt. Im Anschluss wird unterhalb der Brücke eine Arbeitsplattform aufgebaut, von der aus alle weiteren Bauteile entfernt und abtransportiert werden.

Die Wupperbrücke an der Haasenmühle wird abgerissen

Sobald der Abbruch abgeschlossen ist, ist der Platz frei für den geplanten Brückenneubau. Er startet noch in diesem Jahr mit ersten Vorarbeiten, ab Frühjahr entsteht die neue Brücke, voraussichtlich Ende 2020 soll die Wupper-Querung fertig gestellt sein. Abschließend wird auf Solinger Seite der Straßenanschluss angepasst.

Der Straßenverkehr fließt während der gesamten Bauzeit ungehindert über die Behelfsbrücke. Der Wasserweg unterhalb der Brückenbaustelle muss zeitweise gesperrt werden: Erstmals bis voraussichtlich Mitte September, während von der Arbeitsplattform aus abgebrochen wird und dann noch einmal im kommenden Frühjahr, während der Neubau entsteht.

Warum muss die Brücke erneuert werden?

Die alte Wupperbrücke, die 1958 als Spannbetonkonstruktion errichtet worden war, stand bereits längere Zeit unter genauer Beobachtung, auch ihr Neubau war mittelfristig vorgesehen. Der verarbeitete Spannstahl gehörte zu einer Charge, von der man heute weiß, dass sie von minderwertiger Qualität ist und anfällig für die so genannte Spannungsrisskorrosion. Das Problem ist bundeweit bekannt, für betroffene Bauwerke gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen.

Bei einer der vorgeschriebenen Sonderprüfungen zeigten sich so erhebliche Bauschäden, dass sofort gehandelt werden musste. Die Brücke wurde im Juni 2017 zunächst komplett gesperrt. Die Stadt Solingen und der Rheinisch-Bergische Kreis als Eigentümer setzten sich umgehend für einen Neubau und für eine Behelfsbrücke als Zwischenlösung ein. Das Land Nordrhein-Westfalen sagte für beide Projekte Förderung zu.

Seit August 2017 konnte die alte Brücke mit erheblichen Einschränkungen wieder befahren werden, so mussten etwa LKW und Busse einer großräumigen Umleitung folgen. Zeitgleich begannen die Vorarbeiten zum Bau der Behelfsbrücke, die - exakt im Zeitplan - im Dezember 2018 dem Verkehr übergeben werden konnte. Seither hat sich die Verkehrssituation vor Ort deutlich entspannt, zudem wurde der nötige Raum für den Neubau geschaffen.

Und wer bezahlt das?

Eigentümer der Brücke sind der Rheinisch-Bergische Kreis und die Stadt Solingen.

Sowohl die Behelfsbrücke als auch der Neubau sind Gemeinschaftsprojekte: Die Stadt Solingen ist federführend für Vergabe und Bauabwicklung zuständig, der Rheinisch-Bergische Kreis kümmert sich in Zusammenarbeit mit der Bezirks- und Landesregierung um die Fördermittel.

Für den Neubau sind Baukosten in Höhe von knapp 4 Mio Euro veranschlagt. Gefördert wird das Projekt vom Land NRW (Bezirksregierung Köln) aus dem Programm Kommunaler Straßenbau. Positiv wirkt sich dabei eine Novellierung der Förderrichtlinien in 2019 aus: der Fördersatz erhöht sich von 60 auf 70 Prozent. Den Eigenanteil von rund 1,2 Mio Euro tragen Stadt und Kreis je zur Hälfte.

Die Kosten für die Behelfsbrücke betrugen rund 1,8 Mio Euro. Das Land NRW übernahm 60 Prozent, die Stadt Solingen und der Rheinisch-Bergische Kreis investierten jeweils 360.000 Euro.