Vor 80 Jahren: Die NS-Aktion »Entartete „Kunst“«

Ausstellungseröffnung

Vor 80 Jahren: Die NS-Aktion »Entartete „Kunst"« - unter diesem Titel findet im Zentrum für verfolgte Künste in Solingen ein großes Projekt, eine außergewöhnliche Ausstellung mit Neuerwerbungen der Bürgerstiftung für verfolgte Künste aus Bundesmitteln, statt.

Im Fokus der Präsentation stehen die Neuerwerbungen der Bürgerstiftung für verfolgte Künste - Else-Lasker-Schüler-Zentrum - Kunstsammlung Gerhard Schneider. Die erworbenen Werke stammen aus dem Oscar Zügel Archiv „Kunst und soziale Verantwortung" - der Künstler emigrierte 1934 aufgrund angedrohter Repressalien nach Spanien und Argentinien und kehrte nicht wieder ins Nachkriegsdeutschland zurück - sowie aus der Kunstsammlung Gerhard Schneider. Mit den Neuerwerbungen verfügt die Bürgerstiftung für verfolgte Künste nun über 3500 Objekte (Bilder, Bücher, Zeitschriften, Dokumente, Fotos).

Das Datum der Eröffnung dieser Ausstellungist kein Zufall: Am 19 Juli 1937 gaben die Nationalsozialisten mit der Eröffnung der Kunst und Menschen verunglimpfenden Schau »Entartete „Kunst"« die Jagd auf alle Bereiche der modernen Kunst frei. Über 700 beschlagnahmte Werke von mehr als 120 Künstlerinnen und Künstlern wurden in München auf diffamierende Weise präsentiert. Schon die Anführungszeichen innerhalb des Ausstellungstitels sollten die Kunst und ihre Urheber sichtbar herabwürdigen.

Begleitet wird diese Ausstellung durch eine weitere Präsentation: „Malerei und Plastik in Deutschland 1936 - die Geschichte einer verbotenen Ausstellung". Dies ist die Geschichte der Schließung einer Hamburger Ausstellung, die anlässlich der Olympischen Spiele organisiert worden war. Die Vorgänge erscheinen wie ein Auftakt zur Aktion »Entartete „Kunst"«.

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag
10 Uhr bis 17 Uhr

Eintritt
6,- €
ermäßigt 3,- €

Beginn19.07.2017 um 19:00 Uhr
OrtZentrum für verfolgte Künste
Wuppertaler Straße 160
42653 Solingen - Gräfrath