Orte der Veränderung

Mildred-Scheel-Berufskolleg

Schule gegen Rassismus, Europaschule und Fairtrade-School

Rassismus beginnt im Kopf. Dort ansetzen, wo diskriminierendes und rechtsextremes Gedankengut entsteht, ist eine der Verantwortungen des Lernortes Schule. Doch das Mildred-Scheel-Berufskolleg (MSB) in Solingen ist mehr. Das MSB ist ein Ort der Betroffenheit und der Betroffenen.

Das Mahnmal für die Opfer des Solinger Brandanschlags

MSB

Tafel am Mahnmal zur Erinnerung an die Opfer des Brandanschlags vom 29.05.1993
Fotos: Stadt Solingen, Christian Beier

Im Jahr 1993 starb bei dem Brandanschlag mit rechtsextremistischem Hintergrund an der Unteren Wernerstraße 81 auch eine Schülerin der Schule, Hatice Genç, zusammen mit vier ihrer Familienmitglieder. Das Mahnmal für die Opfer dieses Mordanschlages steht in unmittelbarer Nähe zum Mildred-Scheel-Berufskollegs - als Signal der Hoffnung und Zeichen des Nicht-Vergessens.

Schule ohne Rassismus

Seit 2013 als „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" zertifiziert, macht es sich das MSB vor allem mit dem seit 2012 bestehenden Anti-Rassismus-Projekt zur Aufgabe, junge Menschen verschiedenster Kulturen zusammenzubringen, sowie Weltoffenheit und Toleranz zu leben. Prägend für das Projekt sind Gedenkstättenfahrten und Besuche von Erinnerungsorten wie dem KZ Kemna in Wuppertal oder der Gedenkstätte Esterwegen, die aktive Teilnahme an den Solinger Antirassismustagen, sowie die jährliche Teilnahme an der Solinger Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht am 9. November. Auch Lesungen wie mit der niederländischen Schriftstellerin Martin Letterie oder Veranstaltungen wie mit dem Nazi-Aussteiger Christian Weissgerber sollen Schüler:innen die Augen für die Gefahren von Alltagsrassismen öffnen und den Dialog über Diskriminierung in Geschichte und Gegenwart ermöglichen.

Infowand-Thema-Vielfalt,Inga-Schweitzer
MSB

Foto oben links: Inga Schweizer, rechts: Stadt Solingen_Chrsitian Beier

Europaschule

Im Juni 2021 wurde das Mildred-Scheel-Berufskolleg als Europaschule ausgezeichnet. Damit werden Schulen zertifiziert, welche die Auseinandersetzung mit internationalen Themenschwerpunkten inner- und außerhalb des Unterrichts besonders fördern. Die Auswahlkommission würdigte das jahrelange vielfältige Engagement des Mildred-Scheel-Berufskollegs: Angefangen von Unterrichtsprojekten, Projektwochen und Diskussionen mit europäischer Themenstellung über ein erweitertes Fremdsprachenangebot werden den Schüler:innen außerdem internationale Begegnungen und Auslandsaufenthalte, z.B. mit Frankreich, Irland, Österreich, Polen, Türkei und Finnland, ermöglicht. So können der eigene Horizont erweitert, Kompetenzen ausgebaut und das Verständnis des gemeinsamen Zusammenlebens in Europa vertieft werden.

 

Faitrade-School

Seit 2017 ist das Mildred-Scheel-Berufskolleg als Fairtrade-School zertifiziert und setzt sich dafür ein, dass an der Schule der Faire Handel und der Gedanbke einer weltweit sozialen Gerechtigkeit gefördert wird. So werden verschiedene fair gehandelte Produkte, wie Kaffee und Tee durch die Schulcafeteria angeboten und auch die regelmäßigen Verkaufsaktionen des Fairtrade Projektes stellen immer wieder fair gehandelte Produkte in den Fokus. Die Themen „Nachhaltigkeit", „Fairtrade", „faire Arbeitsbedingungen" und „global Fairtrade Goals" sind in verschiedenen Lehrplänen von einer Vielzahl von Bildungsgängen implementiert . Zu Beginn des Schuljahres 2019/20 wurde für das Kollegium eine Sammlung von Unterrichtsmaterial zu den Themen „nachhaltiger Konsum", „faire Arbeitsbedingungen", „Frauenrechte", „Geschlechtergerechtigkeit", „Umweltschutz" und „Kinderarbeit" erstellt, um weitere Anreize zur Unterrichtsgestaltung zu geben.

 

Wo?

Beethovenstraße 225

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