Orte der Veränderung

ARICON: ein Unternehmen setzt sich ein

Von internationaler Belegschaft bis Klimaschutz

Die Firma ARICON Kunststoffwerk GmbH wurde 1993 gegründet. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt hochwertige und langlebige Kunststoffbauteile für unterschiedlichste Anwendungsbereiche. Über das Kerngeschäft hinaus stellt sich ARICON zwei großen globalen Herausforderungen, dem Klimawandel und der Migration.

Aricon

Die Firma ARICON Kunststoffwerk GmbH wurde 1993 gegründet und ist an mehreren Standorten in Solingen präsent. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt hochwertige und langlebige Kunststoffbauteile für unterschiedlichste Anwendungsbereiche. Über das Kerngeschäft hinaus stellt sich ARICON zwei großen globalen Herausforderungen, dem Klimawandel und der Migration.

Gelebte Veränderung als Unternehmenskultur

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Fotos: Stadt Solingen - Christian Beier

Das Unternehmen möchte erreichen, dass in Solingen eine Unternehmenskultur entsteht, in der nachhaltige Produktion und Toleranz für die verschiedenen Lebensweisen der Mitarbeiter:innen selbstverständlich sind. ARICON sieht sich in der Verantwortung nachhaltig zu wirtschaften und dies offen zu kommunizieren, um möglichst viele Unternehmen zum Umdenken zu bewegen.

Im März 2021 erzählte Sina Schultes, Marketing & Kommunikation bei ARICON, in einem Interview, wie die gelebte Veränderung im Unternehmen konkret aussieht.

Die Firma Aricon setzt sich bereits seit einiger Zeit für Nachhaltigkeit ein. Was war der Anlass für Ihr Engagement?

In der heutigen Zeit benötigt es keinen Anlass, es ist eine Pflicht! Wir sehen uns in der Verantwortung unseren Teil beizutragen und Ressourcenschonend zu arbeiten. Wir haben unsere Bestandsgebäude mit PVA umgerüstet, Wärmerückgewinnung durch unsere Maschinen, Elektrofahrzeuge und entsprechende Ladestationen angeschafft. Außerdem haben wir immer ein Auge auf Reduktionspotenziale hinsichtlich dem Energie- und Papierverbrauch. Besonders bei unserem Neubauprojekt auf der Monhofer Straße haben wir die Möglichkeit, direkt von Anfang an den Fokus auf Nachhaltigkeit zu setzen.

Ihr Unternehmen setzt sich besonders für das vierte strategische Ziel der Solinger Nachhaltigkeitsstrategie „Entfaltung einer von Toleranz und Akzeptanz geprägten Stadtgesellschaft" ein. Wie zeigt sich Ihr Engagement im Alltag?

Ein Thema, welches uns wirklich am Herzen liegt. Wir haben zahlreiche neu zugewanderte Mitarbeiter durch den „Bürokratiedschungel" begleitet. Chancengleichheit und Akzeptanz sind fest in unserer weltoffenen Unternehmenskultur verankert. Bei der ARICON Kunststoffwerk GmbH bekommt jeder die gleiche Chance - im Büro sowie in der Produktion. Wir sind ein innovatives und modernes Unternehmen, was wir vor allem der Vielfalt unserer Belegschaft zu verdanken haben. Und das wissen wir zu schätzen und müssen wir fördern!

Sie setzen sich für eine weltoffenere Unternehmenskultur ein und sind auf das Wohl Ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bedacht. Was genau tun Sie dafür?

Bei uns geht es nicht um kulturelle und soziale Unterschiede oder sexuelle Orientierung, Alters-, Bildungs- und Herkunftsunterschiede. Das wird bei uns nicht nur kommuniziert, sondern gelebt. In der Pause werden Börek und Bigos gegeneinander getauscht. Nicht alle unsere Mitarbeiter sprechen von Beginn an Deutsch, für uns ist es selbstverständlich sie zu integrieren und uns mit Ihnen weiter zu entwickeln. Zu unseren Sommerfesten, zum Beispiel, kommen alle Mitarbeiter und deren Familien aus unterschiedlichsten Kulturen zusammen. Dort wird gegessen, getrunken und gelacht. Bei der ARICON Kunststoffwerk GmbH ist kein Platz für Engstirnigkeit.

Außerdem halten wir den Berufseinstieg, der vielen so schwer gemacht wird, für den besten Weg zur Integration. Nirgends lernt man so schnell die neue Sprache, knüpft soziale Kontakte und gewöhnt sich an die neuen Gepflogenheiten...

Ökologische Nachhaltigkeit ist seit Jahren gelebter Bestandteil der Unternehmenskultur. Wie genau wirkt sich das aus?

Wir setzen - sofern möglich - auf regionale und feste Partner/Lieferanten. Einige Partner begleiten uns seit unserer Gründung. Über unsere Photovoltaikanlage produzieren wir Strom und sparen so jährlich ca. 100 Tonnen CO2 ein. Unsere Mitarbeiter sind angehalten Fahrgemeinschaften zu bilden (natürlich nicht zu Zeiten einer Pandemie) und unser Fahrradständer ist täglich gut frequentiert. Unser Einkauf, sowie unsere Logistik vermeiden doppelte Wege und halbvolle LKWs. Außerdem verwenden wir ein Kunststoffmaterial für unsere Produkte, welches zu 100% recycelbar ist. Vermeintlicher Abfall wird aufgearbeitet und wiederverwendet. ...Und wir entwickeln uns dahingehend ständig weiter!

Was können Sie anderen Unternehmen, die sich nachhaltig aufstellen wollen, aus Ihrer Erfahrung heraus empfehlen?

Jeder kleine Fortschritt zählt und ist jede Bemühung wert auch wenn Veränderungen nicht über Nacht geschehen. Die Themen der Nachhaltigkeit müssen Tag für Tag berücksichtigt werden, denn hierbei handelt es sich um einen fortlaufenden Prozess und keine einmalige Umstellung.

Was erhoffen Sie sich aus dem weiteren Prozess „Orte der Veränderung"?

Dass sich noch mehr Firmen beteiligen bzw. auch mehr Menschen erreicht und zum Umdenken angeregt werden. Dass wir gemeinsam Solingen voranbringen und viele nachhaltige Lösungen für Lebens- und Wirtschaftsweisen finden.

Was wünschen Sie sich für Solingens Zukunft ?

Wir wünschen uns mehr Radwege und eine Ausweitung des ÖVPN (besonders für die Spätschicht sind die Anbindungen momentan nicht optimal), mehr ÖPNV Haltestellen in Gewerbegebieten, ganz konkret zum Beispiel bei uns im Monhofer Feld. Und dass die Stadt als Austauschplattform für Integration und Nachhaltigkeit fungiert. Außerdem wünschen wir uns eine engere Zusammenarbeit der Unternehmen für ein nachhaltiges Solingen.

(Das Interview wurde von Elena Lazaridou, FSI Forum für Soziale Innovation, im Auftrag der Stadt Solingen geführt.)

Wo?

Aricon Kunststoffwerk GmbH
Monhofer Feld 1-3